ABC - Aktion Brücke in den Congo

Aktion Brücke in den Congo, kurz "A B C" hält die Mitgliederversammlung ab.


An diesem Abend im Rathaus Liezen konnte A B C den Mitgliedern einen Einblick über die Aktivitäten geben und die nächsten Projektziele vorstellen. Ein erfreulicher Punkt war die Verlängerung des Spendengütesiegels für ABC. Damit verbunden ist auch die steuerliche Anerkennung von Zuwendungen, allerdings müssen dafür ab diesem Jahr vom Verein alle Spenderdetaildaten an das Finanzamt gemeldet werden, was einen hohen bürokratischen Aufwand bedeutet.Die Tätigkeitsberichte und Finanzen wurden wieder von den Behörden in Wien überprüft und seit Ende 2013 darf die "Aktion Brücke in den Congo" nun dieses Siegel führen.

Der traurige Höhepunkt war aber der Bericht von Prof. Bilolo aus seiner Heimatprovinz Kasai. Die sogenannten Kamuina-Nsapu-Milizen haben im März in der Stadt Luiza die Schulen niedergebrannt, einen Stammeschef enthauptet und seinen Kopf mitgenommen. Begonnen haben die Unruhen im Kasai vor knapp einem Jahr. Im August 2016 wurde ein Stammesführer von staatlichen Kräften ermordet. Sie kastrierten die Leiche und stellten sie aus. Die Regierung versuchte offenbar, die traditionelle Thronfolgeregelung zu ignorieren und den Posten mit eigenen Leuten zu besetzen. Dazu kam, dass viele Jugendliche frustriert sind, weil sie keine Ausbildung und keine Arbeit haben.

Damit wurden die Jungen und Mädchen leichte Beute für die Rekrutierer der Miliz. Bewaffnet mit Macheten, Pfeil und Bogen, begannen sich die Aufständischen zu rächen. Die Soldaten von Präsident Joseph Kabila setzten ihre Maschinen- und Sturmgewehre ein, die Gewalt eskalierte, es kam zu Massakern. Die Zahl der Toten insgesamt dürfte in die Tausende gehen.

Mitarbeiter der UNO haben im Kasai über 40 Massengräber gefunden. Über 1 Millionen Menschen sind aus ihren Dörfern vertrieben worden. Die Menschen verstecken sich seit Monaten im Busch, die Schulen sind geschlossen. Der Kern des Problems im Kasai liegt jedoch nicht im Kasai selbst, sondern in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo und heisst Joseph Kabila. Seine Amtszeit ist seit dem 19. Dezember 2016 zu Ende, was er einfach ignoriert. Ob es je wieder Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Kongo geben wird, weiss nur der Präsident Kabila – meint Bilolo.

Auch in der Hoffnung, dass sich die Lage im Kasai bald bessert, bereiten aber trotzdem die Schülerinnen und Schüler der BHAK Liezen und A B C die nächsten Events, wie z.B. ein ChorKonzert und ein Computerkurs, vor.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung kann hier eingesehen werden.